Essstörungskongress

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Dr. Michaela Noseck-Licul

Kulturanthropologin, Geschäftsleitung der Agentur für Erfahrungsmedizin

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Dr. Michaela Noseck-Licul

Kulturmoral - Körperideal: Welchen Einfluss hat Kultur auf mein Leiden?

Michaela Noseck-Licul ist Kulturanthropologin, Vortragende und Lektorin. Sie leitet die AGEM, die sich der Qualitätssicherung im komplementären Gesundheitsbereich widmet, und unterrichtet Ethik für MusiktherapeutInnen und Gesundheitsberufe sowie Anthropologie des Heilens an der Fachhochschule Krems/Österreich.

Ich durfte sie am Tag der Erfahrungsmedizin 2019 zum Thema „Heilen“ kennen lernen und war begeistert von ihren spannenden Erzählungen. Umso spannender ist es nun, mit ihr über das Thema Essstörungen "kulturanthropologisch" Auszutauschen. Dr. Noseck-Licul führt uns auf der Reise durch verschiedene Zeitepochen und beleuchtet Schönheitsideale verschiedener Gesellschaften. Sie zeigt auf, dass in Asien Essstörungen andere Symptome haben und geht am Ende auf ihre eigene Erfahrung mit Orthorexie ein. Eindrücklich sind ihre Lösungsansätze und der Perspektivwechsel, den sie uns durch dieses Interview ermöglicht!

Das Besondere am kulturanthropologischen Ansatz

In allen Kulturen haben Menschen Lösungsansätze entwickelt, um mit Leiden umzugehen. Was Leiden für den Einzelnen bedeutet und wie Heilung erlangt werden, hängt auch von der Kultur ab, in der ein Mensch lebt. Der Körper steht dabei im Zentrum. Er ist nicht einfach ein Objekt. Mit dem und durch den Körper werden moralische und kulturelle Vorstellungen und Ideale vom Einzelnen ausgedrückt und umgesetzt. Idealvorstellungen von schönen, gesunden, leistungsstarken Körpern können in verschiedenen Gesellschaften sehr unterschiedlich sein. Sie sagen etwas über die jeweilige Gesellschaft an sich aus und können einen Leidensdruck auf Menschen ausüben, die sich bemühen, diesen Idealvorstellungen zu entsprechen.

Essstörungen werden auch als kulturspezifisches Leiden in modernen Gesellschaften bezeichnet. Das bedeutet, dass die kulturellen und sozialen Umstände wie beispielsweise Schönheitsideale bei Betroffenen zu einem Leiden führen, das in anderen Gesellschaften so nicht vorhanden ist. Der Vergleich mit anderen Kulturen und ihren Körperidealen sowie die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Leiden, die mit Essen zu tun haben, erweitert den Blick darauf. Das Angebot für Betroffene besteht darin, dass sie durch neue Perspektiven auf ihre Leiden mehr Freiheit und Selbstbestimmung entwickeln.

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1 Kommentar

  • Angela

    Danke, habe in meiner Familie schon seit 1903 bei meiner Großmutter Anorexie und Bulemie beobachtet, aber immer als Ausdruck innerer Not und Abgrenzung, sowie später bei meiner Tante auch als Schönheitsideal. Sie war Diatistin und hat meinen Cousin bediatet, und er hat sie mit Alkoholismus bestraft…

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